Woran Sie Winterreifen erkennen können Unterschiede, Fahreigenschaften und Rechtslage

Letztes Update: 17.06.24

 

Der Wechsel der Reifen je nach Jahreszeit ist nicht nur in Deutschland gängige Praxis. Der Reifenwechsel trägt zu sicheren Fahreigenschaften bei, die an die Fahrbahn- und Witterungsverhältnisse angepasst sind. Besonders im Winter ist dies von großer Bedeutung. Wenn Sie noch einen Satz Reifen haben, aber nicht sicher sind, ob es sich um Winter- oder Sommerreifen handelt, ist guter Rat oft teuer. Hier erfahren Sie, wie Sie Winterreifen erkennen und von Sommerreifen oder Allwetterreifen unterscheiden können.

 

Zusammensetzung und Optik von Winterreifen im Vergleich zu Sommer- und Ganzjahresreifen

Winterreifen zeichnen sich durch eine spezielle Zusammensetzung aus, durch die sie besser an winterliche Straßen und Wetterverhältnisse angepasst sind. Auch bei niedrigen Temperaturen und auf rutschiger Fahrbahn können sie für einen guten Halt sorgen. Dies erhöht die Sicherheit im Winter.

Im Vergleich zu Sommerreifen ist die Gummimischung von Winterreifen deutlich weicher, damit der Reifen auch bei sehr niedrigen Temperaturen elastisch bleibt. Dadurch wird die Bodenhaftung verbessert. Darüber hinaus haben Winterreifen auch ein spezielles Profil mit Lamellen und tieferen Rillen, damit Schnee und Wasser besser abgeleitet werden können. Dies ist auch der Grund, warum das Fahren von Winterreifen im Sommer noch relativ gut funktioniert, wenn die Fahrbahn nass ist. Auf trockener warmer Fahrbahn wirken sich die speziellen Eigenschaften jedoch negativ aus.

Im Winter sorgen Winterreifen also für eine bessere Bodenhaftung und auch ein verbessertes Bremsverhalten. Sommerreifen hingegen sind für höhere Temperaturen und trockene Straßenverhältnisse ausgelegt, da die Gummimischung härter und das Profil flacher ist. Außerdem haben sie weniger Lamellen und Rillen, was die Auflagefläche und damit die Haftung auf trockener Fahrbahn verbessert. Das Profil ist so designt, dass es ebenfalls Wasser effizient ableiten kann, um das Risiko von Aquaplaning zu verringern.

Im Vergleich zu Saisonreifen können Sie Ganzjahresreifen das ganze Jahr über nutzen. Sie sollen die Vorteile beider Reifenarten miteinander vereinen, so dass Sie sie nicht wechseln müssen. Sie haben also eine härtere Gummimischung und etwas tiefere Rillen wie Sommerreifen, sind aber nicht so hart wie Winterreifen. Dadurch können sie weder im Winter noch im Sommer eine optimale Performance bieten. Wirklich gut sind sie eigentlich nur für wechselhafte Wetterverhältnisse mit recht kühlen Temperaturen. Durch die Flexibilität erreichen sie aber insgesamt bei allen Wetterverhältnissen passable Resultate.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang aber, dass ab 2024 Ganzjahresreifen mit M+S-Symbol (Matsch und Schnee) nicht mehr als Winterreifen anerkannt werden. Sie müssen dann mindestens das Schneeflocken-Symbol tragen, um auch im Winter als Winterreifen per Gesetz genutzt werden zu dürfen.

 

So kann man Winterreifen erkennen

Es gibt mehrere Merkmale, wie Sie Winterreifen erkennen können:

Alpine-Symbol mit Schneeflocke: Winterreifen tragen auf ihrer Seitenwand das sogenannte Alpine-Symbol, das ein Bergpiktogramm mit einer stilisierten Schneeflocke darstellt. Dieses Symbol ist ein eindeutiges Erkennungszeichen für Winterreifen.

M+S-Symbol: Viele Winterreifen tragen zusätzlich zum Alpine-Symbol auch das M+S-Symbol (Matsch und Schnee) auf der Seitenwand. Das M+S-Symbol allein reicht jedoch nicht aus, um einen Winterreifen zu kennzeichnen, da es auch auf Ganzjahresreifen zu finden ist.

Profilgestaltung: Winterreifen haben ein spezielles Profildesign, das für winterliche Bedingungen optimiert ist. Das Profil enthält in der Regel zahlreiche Lamellen, Rillen und größere Profilblöcke, die eine bessere Traktion auf Schnee und Eis ermöglichen. Das tiefe Profil unterscheidet sie optisch stark von Sommerreifen.

Gummimischung: Winterreifen sind aus einer speziellen Gummimischung hergestellt, die auch bei niedrigen Temperaturen flexibel bleibt. Diese weichere Gummimischung gewährleistet eine bessere Haftung auf kalten Fahrbahnoberflächen und kann mit etwas Erfahrung mit dem Fingernagel geprüft werden. Sie lassen sich einfacher eindrücken als Sommerreifen.

Reifenbreite: In der Regel sind Winterreifen etwas breiter als Sommerreifen, da dies die Bodenhaftung und Stabilität auf Schnee und Eis verbessert.

 

Jeder Reifen hat seinen idealen Einsatzbereich

Die Unterschiede in der Zusammensetzung und Optik der Reifen liegen in den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Jahreszeit begründet. Winterreifen müssen bei niedrigen Temperaturen und winterlichen Bedingungen optimale Leistung erbringen, während Sommerreifen für höhere Temperaturen und trockene Straßenverhältnisse entwickelt wurden.

Während das weichere Gummi und das spezielle Profildesign Winterreifen ermöglichen, auf Schnee und Eis eine bessere Haftung zu entwickeln, würde es im Sommer selbst bei den besten Winterreifen am Markt für eine starke Abnutzung und längere Bremswege sorgen. Im Sommer erfüllen auch die tiefen Rillen und Lamellen, die Schnee ableiten sollen, keinen Zweck. Im Gegenteil: sie führen zu einem höheren Laufgeräusch und Spritverbrauch. Daher sollten Sie – obwohl es gesetzlich nicht verboten ist – nicht im Sommer mit Winterreifen fahren.

Noch extremer ist es, wenn Sie Sommerreifen im Winter verwenden. Die harte Gummimischung sorgt dafür, dass die Reifen im Winter nicht weich genug werden, um eine gute Haftung aufzubauen. Zudem ist das Profil nicht tief genug, um Schnee und Wasser ausreichend gut ableiten zu können. Sommerreifen sind bei winterlichen Bedingungen daher zu Recht verboten und sollten auf keinen Fall verwendet werden. Der Bremsweg erhöht sich deutlich und das Fahrverhalten ist durch die verringerte Traktion deutlich schlechter.

Allwetterreifen bieten zwar einen Kompromiss zwischen den Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen, sie gleichen aber eher Sommerreifen. Allerdings haben sie zusätzliche Lamellen und Rillen sowie eine weichere Gummimischung.

Winterreifenpflicht in Deutschland

In Deutschland gibt es eine zwar keinen festgelegten Termin in Form einer gesetzlichen Regelung für den Einsatz von Winterreifen, doch gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Kraftfahrzeuge bei winterlichen Straßenverhältnissen, insbesondere bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, mit Winterreifen ausgestattet sein. Man spricht dabei auch von Winterreifenpflicht. In einem milden Winter gibt es aber keine Verpflichtung im engeren Sinne, Winterreifen aufzuziehen.

Winterreifen müssen das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) auf der Reifenflanke tragen. Das M+S-Symbol allein ist nicht ausreichend, um die Winterreifenanforderungen zu erfüllen. Die Mindestprofiltiefe für Winterreifen beträgt 1,6 mm, jedoch wird eine Profiltiefe von mindestens 4 mm für bessere Performance und Haftung bei winterlichen Bedingungen empfohlen. Bei Nichtbeachtung der Winterreifenpflicht drohen Bußgelder und im Falle eines Unfalls können Mitverschulden und Versicherungsprobleme auftreten.

 

Häufig gestellte Fragen

Wenn Sie weitere Fragen zu Winterreifen haben, können Sie uns jederzeit kontaktieren oder einen Kommentar hinterlassen. Die häufigsten Fragen haben wir hier für Sie zusammengefasst und kurz beantwortet.

Darf man mit Winterreifen im Sommer fahren?

Aus rechtlicher Sicht schon, ja. Es wird jedoch empfohlen, im Sommer mit Sommerreifen zu fahren, da diese speziell für höhere Temperaturen und trockene Straßenverhältnisse entwickelt wurden. Winterreifen haben eine weichere Gummimischung, die sich bei hohen Temperaturen schneller abnutzt und zu einem längeren Bremsweg führen kann.

Woran erkennt man Winterreifen?

Winterreifen sind durch das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) auf der Flanke erkennbar. Zwar tragen sie häufig – wie auch Ganzjahresreifen – zusätzlich das M+S-Symbol, doch das Symbol allein reicht nicht aus, um sie als Winterreifen zu identifizieren. Zudem haben Winterreifen ein spezielles Profilmuster mit Lamellen und tieferen Rillen.

Worin unterscheiden sich Sommer- und Winterreifen?

Sommerreifen haben eine härtere Gummimischung, ein flacheres Profilmuster mit weniger Lamellen und Rillen und sind durch ihre Anpassung an höhere Temperaturen mit einer härteren Gummimischung ausgestattet. Winterreifen hingegen haben eine weichere Gummimischung, ein spezielles Profildesign mit tieferen Rillen und tragen ein das Alpin-Symbol.

Ab wann sollte man auf Sommerreifen wechseln?

Für den Wechsel auf Sommerreifen gibt es in Deutschland keine feste Frist. Es wird jedoch empfohlen, auf Sommerreifen zu wechseln, wenn die Temperaturen dauerhaft über 7°C liegen und keine winterlichen Straßenverhältnisse mehr zu erwarten sind.

 

Zusammenfassung zum Erkennen von Winterreifen

Die Wahl der richtigen Reifen für die jeweilige Jahreszeit ist entscheidend für die Fahrsicherheit und die optimale Leistung Ihres Fahrzeugs. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei Reifen tatsächlich um Winterreifen handelt, sollten Sie einen Blick auf das Profil und die Lamellen werfen sowie darauf achten, dass es seitlich ein Alpine-Symbol mit einer Schneeflocke trägt. Ziehen Sie Winterreifen rechtzeitig auf, wenn die Straßenverhältnisse es erfordern.

 

 

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    • Carsten

Carsten ist Perfektionist, Autodidakt und Experte für alles, was sich um innovative Technologien, Elektronik, Mechanik und Technik im Allgemeinen dreht. Als begeisterter Go-Kart-, Rally-, Quad- und Mopped-Fahrer seit Jugendtagen hatte er schon immer eine Begeisterung fürs motorisierte Fahren. Bis heute hat er zahlreiche Fahrzeuge von acht verschiedenen Marken privat gefahren, an ihnen geschraubt, die Software gepimpt und sich bis ins kleinste Detail mit allem auseinandergesetzt, was ein modernes Fahrzeug ausmacht. Diese praktischen Erfahrungen in Verbindung mit seiner Begeisterung fürs Schreiben, seinen Fachkenntnissen aus den Bereichen Handel, Marketing, Informatik und seiner Autorentätigkeit machen ihn zum Mann für alles in unserem Team; egal, ob es um Fakten-Checks, Korrekturen, Lektorate oder das Anlernen neuer Autoren geht – wo andere fertig sind, fängt er erst an.