Die Bremsanlage ist hinsichtlich der Sicherheit Ihres Fahrzeugs sicherlich eines der wichtigsten Bauteile. Die Bremsflüssigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine regelmäßige Wartung der Bremsanlage und ein gelegentlicher Wechsel der Bremsflüssigkeit sind unerlässlich, um eine zuverlässige Funktion und damit die Sicherheit zu gewährleisten. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie die Bremsflüssigkeit selbst wechseln können, auch wenn Sie keine Hebebühne haben.
Wozu dient die Bremsflüssigkeit in Fahrzeugen?
Bevor wir uns mit dem Wechseln der Bremsflüssigkeit befassen, ist es wichtig zu verstehen, welche Aufgabe sie erfüllt und welche Arten von Bremsflüssigkeiten es gibt.
Die Bremsflüssigkeit überträgt den Druck, der auf das Bremspedal ausgeübt wird, auf die Bremsbeläge oder -scheiben. Dabei steigt der Druck in der Bremsleitung an und die Bremsbeläge werden gegen die Bremsscheibe gedrückt. Eine korrekt funktionierende Bremsflüssigkeit ist daher entscheidend für eine sichere und zuverlässige Bremsleistung.
Arten und Hersteller von Bremsflüssigkeit
Bremsflüssigkeiten können je nach Zusammensetzung und Eigenschaften in verschiedene Arten unterteilt werden. Die am häufigsten verwendete Bremsflüssigkeit ist Glykol-basiert und wird in der Regel als DOT 3, DOT 4 oder DOT 5.1 bezeichnet. Diese Typen von Bremsflüssigkeiten haben unterschiedliche Viskositäten und Siedepunkte und sind für verschiedene Fahrzeugtypen und Anwendungen geeignet.
DOT 3 Bremsflüssigkeit ist die am häufigsten verwendete Bremsflüssigkeit und wird in den meisten PKW und leichten Nutzfahrzeugen eingesetzt. Sie hat einen höheren Siedepunkt als DOT 4 und einen niedrigeren Preis als DOT 5.1. DOT 3 Bremsflüssigkeit ist jedoch anfälliger für Feuchtigkeitseintritt und hat eine kürzere Lebensdauer als andere Typen.
DOT 4 Bremsflüssigkeit hat einen höheren Siedepunkt als DOT 3 und ist widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeitseintritt. Diese Art von Bremsflüssigkeit wird in den meisten modernen Fahrzeugen eingesetzt und ist auch für den Einsatz in Hochleistungsbremsanlagen geeignet.
DOT 5.1 Bremsflüssigkeit ist ähnlich wie DOT 4, hat jedoch einen höheren Siedepunkt und eine längere Lebensdauer. Diese Art von Bremsflüssigkeit wird in einigen modernen Fahrzeugen eingesetzt und ist auch für den Einsatz in Hochleistungsbremsanlagen geeignet.
DOT 5 Bremsflüssigkeit ist eine Silikon-basierte Flüssigkeit und wird in einigen älteren militärischen Fahrzeugen und Motorrädern verwendet. Diese Art von Bremsflüssigkeit ist nicht mit Glykol-basierten Bremsflüssigkeiten mischbar und erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung.
Neben diesen Bremsflüssigkeitstypen gibt es auch verschiedene Hersteller, die Bremsflüssigkeiten anbieten. Einige der bekanntesten Marken sind ATE, Bosch, Castrol, Motul und Pentosin. Es ist jedoch wichtig, immer die vom Fahrzeughersteller empfohlene Bremsflüssigkeit zu verwenden und sich an die spezifischen Vorschriften und Empfehlungen zu halten.
Wenn Sie unsicher sind, welche Art von Bremsflüssigkeit für Ihr Fahrzeug geeignet ist oder welche Marke am besten ist, sollten Sie sich an einen erfahrenen Mechaniker oder den Fahrzeughersteller wenden.
Woran Sie erkennen, dass die Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss
Eine regelmäßige Überprüfung der Bremsflüssigkeit ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass sie noch wirksam ist und der Füllstand stimmt. Wenn die Bremsflüssigkeit verunreinigt oder veraltet ist, kann dies zu einer Beeinträchtigung der Bremsleistung führen. Anzeichen dafür sind zum Beispiel ein weicher oder spongiöser Bremspedalwiderstand, ein längerer Bremsweg oder ein nachlassendes Bremsverhalten. Zudem kann es bei zu alter Bremsflüssigkeit zu Korrosion im Bremskreislauf kommen.

Ohne Hebebühne Bremsflüssigkeit selbst wechseln
Sie können Sie die Bremsflüssigkeit in Ihrem Fahrzeug auch ohne Hebebühne selbst und alleine wechseln. Wie Sie dabei vorgehen sollten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.
Stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Werkzeuge und Materialien haben. Dazu gehören eine Flasche neuer Bremsflüssigkeit, ein Bremsenentlüftungsgerät, eine Ratsche oder ein Schraubenschlüssel, ein Schlauch, ein Behälter zum Auffangen der alten Bremsflüssigkeit und ein Lappen.
Suchen Sie den Bremsflüssigkeitsbehälter in Ihrem Fahrzeug und öffnen Sie den Deckel. Entfernen Sie so viel alte Bremsflüssigkeit wie möglich mit einer Handpumpe oder einer Spritze.
Füllen Sie den Bremsflüssigkeitsbehälter mit neuer Bremsflüssigkeit auf und schließen Sie den Deckel. Achten Sie darauf, dass Sie die vom Hersteller empfohlene Bremsflüssigkeit verwenden.
Schließen Sie das Bremsenentlüftungsgerät an das Bremsleitungssystem an. Öffnen Sie dann das Ventil am Bremsenentlüftungsgerät und lassen Sie die alte Bremsflüssigkeit in den Auffangbehälter abfließen.
Während die alte Bremsflüssigkeit abfließt, sollten Sie den Flüssigkeitsstand im Behälter überwachen und sicherstellen, dass er nicht unter das Mindestniveau fällt.
Sobald die alte Bremsflüssigkeit vollständig abgeflossen ist, schließen Sie das Ventil am Bremsenentlüftungsgerät und entfernen Sie das Gerät.
Gehen Sie nun zu jedem Bremszylinder und öffnen Sie das Entlüftungsventil mit einem Ratschen- oder Schraubenschlüssel. Stecken Sie das Schlauchende auf das Entlüftungsventil und tauchen Sie das andere Ende des Schlauchs in einen Behälter mit Bremsflüssigkeit.
Fordern Sie eine zweite Person auf, das Bremspedal langsam und gleichmäßig zu betätigen, bis der Flüssigkeitsstrom im Schlauch stoppt. Schließen Sie dann das Entlüftungsventil.